Wirtschaft und Kirche

“Die entfesselten Marktkräfte schleudern immer mehr Menschen an den Rand der Gesellschaft”, hat eine Rednerin auf dem 31. Deutschen Kirchentag in Köln gesagt, auf dem abschließend auch noch der Mindestlohn gefordert wurde. Kirche und Ökonomie? das ist keine gute Allianz. Zumal in der Diskussion um den Mindestlohn mittlerweile ökonomische Argumente längst niemanden mehr erreichen. Der Mindestlohn ist in der Tat zur Glaubensfrage geworden und zum vermeintlichen Etikett für eine soziale Politik. Was SPD, Linke, Gewerkschaften und eben auch die evangelische Kirche eint, ist die irrige Vorstellung, der Staat müsse steuernd in den Arbeitsmarkt eingreifen. Doch Löhne bilden sich – genauso wie Preise – eben nach Angebot und Nachfrage. Der Staat kann und soll die Folgen des Marktgeschehens korrigieren, etwa wenn er über Kombilöhne für ein Mindesteinkommen sorgt. Denn klar ist: Ein genereller Mindestlohn wird den Arbeitsmarkt im unteren Bereich noch weiter verriegeln. Ja, er wird die Freiheit und Ordnung des Marktes aufhebeln und zerstören. Der Gesetzgeber kann zwar bestimmte Verhaltensweisen dekretieren, im letzten aber menschliche Gesinnung nicht unterdrücken. So gesehen ist die Marktwirtschaft nicht etwa nur ein mechanisches Prinzip, sondern vielmehr Ausdruck einer Gesinnung und Gesittung, auf Freiheit und Recht begründeten Lebensordnung. Und gerade das macht im politischen Leben ihre Schwäche, aber – wie ich hoffe – noch mehr ihre Stärke aus.

Erhard-schreibt-wieder ist ein Angebot der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

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