Die Qual der Parteipolitik
Findige Journalisten haben herausgefunden haben, dass Ludwig Erhard noch nicht einmal eingeschriebenes Parteimitglied der Union war. Ihn hat dies nie interessiert.
Vielleicht ist es das Charakteristische an meiner politischen Tätigkeit, dass ich je nach der Interessenlage des Augenblicks und dem Gegenstand Freunde und Feinde in allen Lagern fand, ja finden musste. Mich hat auch, so bewusst ich mich zwölf Jahre hindurch stets zur Christlich-Demokratischen Union bekannt habe, im letzten doch keine Partei gekürt, sondern es war fast so, dass ich mich zu einer entscheidenden Stunde mit einer Partei verbündete und mit ihr zusammen die schweren Kämpfe durchstand. Das geschah im Stadium der Regeneration deutschen Lebens, das von außenpolitischer Problematik noch frei war, um so mehr aber um die Errettung der materiellen wie auch geistig-seelischen Substanz zerquälter deutscher Menschen ringen musste. Um der Gerechtigkeit willen darf ich es nicht verschweigen, dass ich – scherzhaft gesagt – eine “amerikanische Entdeckung” bin und dass ich ohne die Unterstützung von dieser Seite die Währungs- und Wirtschaftsreform auf freiheitlicher Grundlage nicht hätte durchführen und durchstehen können. Nur mit einer gewissen Scheu wage ich, die Frage zu stellen, ob es in einem parlamentarisch-demokratischen System möglich oder auch nur denkbar wäre, eine in das gesellschaftliche und soziale Leben so tief einschneidende Maßnahme, wie es die Währungsreform 1948 war, zu vollziehen. Meine tief verwurzelte demokratische Haltung und Gesinnung wehrt sich wohl dagegen, jene Frage schlüssig zu beantworten, aber ich würde unehrlich sein, wenn ich meine Zweifel unterdrücken wollte.
Ludwig Erhard schreibt wieder: ein Angebot der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

2009 wird das Grundgesetz 60 und Deutschland feiert zum 20. mal seine Wiedervereinigung. Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz im geteilten und zerstörten Deutschland in Kraft, das Fundament für die Erfolgsgeschichte unseres Landes. Zentraler Bestandteil darin ist die Soziale Marktwirtschaft. Sie ermöglichte das „Wirtschaftswunder“ und den nachhaltigen Aufstieg Deutschlands zu einer der wohlhabendsten Nationen der Welt. Ludwig Erhard war der geistige Vater der Sozialen Marktwirtschaft und hat sie als Politiker durchgesetzt. Eigentlich sollte Erhard in Zeiten wie diesen deshalb heute wieder in aller Munde sein. Wir von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) lassen ihn wieder schreiben…
