Protektionismus des 21. Jahrhunderts

Die Regierung will den Entwurf einer Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes noch in diesem Jahr vorlegen, mit der deutsche Unternehmen vor ausländischen Staatsfonds geschützt werden sollen. Vor allem gilt dies für chinesische Staatsfonds oder etwa Gazprom, die unter Umständen wichtige Infrastrukturbranchen wie Energie und Telekommunikation bei uns aufkaufen könnten. Ist dies der richtige Weg für die Zukunft?

Wir sind schon zu sehr integriert, als dass ein Zurückweichen möglich wäre; wir können nur nach vorne durchstoßen, und tatsächlich führt uns auch dieser Weg allein zu fruchtbaren Lösungen. Es ist offenkundig, dass, so wie sich nur im größeren Raum die Arbeitsteilung richtig entfalten kann, nur auch dort sich wirtschaftliche Strömungen und Spannungen ausgleichen lassen. In der Enge wirkt dagegen jede Erschütterung fast tödlich. Je stärker sich aber ein gemeinsamer Markt integriert, je mehr wir das Bewusstsein einer gemeinsamen Aufgabe und Verantwortung in uns tragen, umso leichter kommen wir über Widrigkeiten solcher Art hinweg. So können wir denn auch von dieser Seite her gesehen mit sehr viel größerer Zuversicht in die Zukunft blicken. Nicht allein deshalb, weil wir seit den Dreißigerjahren auch noch etwas dazu gelernt, sondern weil sich auch die Formen der Zusammenarbeit wesentlich gewandelt haben. Kein Nationalstaat wird heute noch länger eine Lösung in sich selbst zu finden suchen.

Erhard-schreibt-wieder ist ein Angebot der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

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