Europa und Sarkozy

Heute trifft der französische Staatspräsident Nicholas Sarkozy mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Schloss Meseberg zusammen. Unter anderem geht es darum, dass der französische Staatspräsident versuchen will, die Energieunternehmen in seinem Land vor ausländischem Einfluss zu schützen. Erst vor wenigen Tagen arrangierte Sarkozy den Zusammenschluss der staatlichen Gasversorger GDF und Suez und schuf so einen milliardenschweren Großkonzern gegen feindliche Übernahmen. Nun will er die deutsche Firma Siemens aus einer Beteiiglung mit dem französischen Atomkonzern Areva hinausdrängen. Ein neuer nationaler Champion soll auf diese Weise entstehen. Sarkozy stellt sich damit in krassen Gegensatz zur liberalen Industriepolitik der EU-Kommission.

Jeder Staat hat es versucht, in der Isolierung die Not zu überwinden; alle haben sich mehr oder minder stark gegenüber der übrigen Welt abzuriegeln versucht. (…) Gott sei es gedankt, daß wir diese Wahl überhaupt nicht mehr haben. Wir können, wenn sich die Lage wieder einmal verschlechtern sollte, nicht noch einmal diesen verderblichen Weg gehen. Wir sind schon zu integriert, als daß ein Zurückweichen möglich wäre; wir können nur nach vorne durchstoßen, und tatsächlich führt uns auch dieser Weg allein zu fruchtbaren Lösungen. Es ist offenkundig, daß, so wie sich nur im größeren Raum die Arbeitsteilung richtig entfalten kann, nur auch dort sich wirtschaftliche Strömungen und Spannungen ausgleichen lassen. In der Enge wirkt dagegen jede Erschütterung fast tödlich. Je stärker sich aber ein gemeinsamer Markt integriert, je mehr wir das Bewußtsein einer gemeinsamen Aufgabe und Verantwortung in uns tragen, um so leichter kommen wir über Widrigkeiten solcher Art hinweg.

Erhard-schreibt-wieder ist ein Angebot der Inititiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

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