Anne Will und die Wohltäter

Anne Will hat am Sonntagabend mit ihrer Talkshow-Premiere in der ARD eine gute Einschaltquote eingefahren. 5,04 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 18,2 Prozent) interessierten sich nach Senderangaben für die neue Sendung der ehemaligen “Tagesthemen”-Moderatorin. Ihr erstes Thema lautete: “Rendite statt Respekt: Wenn Arbeit ihren Wert verliert”. Zu Gast waren unter anderem die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, SPD-Chef Kurt Beck, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann.

Das “Handelsblatt” betitelt seine TV-Kritik mit der treffenden Zeile: “Talkmasterin Anne Will sucht den besten Sozialdemokraten – Der Wettlauf der Wohltäter” und nahm dabei Bezug auf auf die Forderungen des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck nach einem Mindestlohn und Rüttgers Eintreten für ein längeres Arbeitslosengeld I und mehr Geld für Hartz-IV-Kinder. Nur René Obermann störte, so das Handelsblatt, mit dem Hinweis, dass die Arbeitslosenzahl gerade von fünf auf 3,8 Millionen gesunklen sei. Ein Verdienst der Wirtschaft. “Ist das der Aufschwung, den die SPD wollte?” fragte Anne Will. “Nein, sicher nicht”, antwortete Beck.

Es gibt drei Kategorien von Menschen, die ich, im Grunde genommen und zurückhaltend ausgedrückt, einfach nicht leiden kann. Das eine sind die Nur-Pragmatiker. Zwar weiss ich auch, dass man nicht immer durch die Wand gehen kann; aber Pragmatiker aus geistiger und charakterlicher Haltung zu sein ist der Verachtung wert. Den Pragmatikern, die sich sogar weise dünken, folgen die Opportunisten, denen nur mit Abscheu zu begegnen ist. Und schließlich sind da noch die Konformisten als das wahrscheinlich ärgste Übel zu nennen.

Erhard-schreibt-wieder ist ein Angebot der Inititiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

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