Reformunlust und Anspruchsmentalität

Von allem bitte ein bisschen: Deutschlands Mitte will mehr Sicherheit wie Roland Koch, sozialen Schutz wie Kurt Beck, weniger Steuern wie Guido Westerwelle. Die Politik steckt im Dilemma – die Bürger wollen keine Reformen, keine Ruck-Reden, keine Experimente mehr. Dies schreibt der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter bei Spiegel-Online. Der Text trägt den schönen Titel: “Die Koch-Beck-Westerwelle-Bewegung”

Wenn wir eine freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung auf die Dauer aufrechterhalten wollen, ist es in der Tat ein Grunderfordernis, neben einer Wirtschaftspolitik, die dem Menschen wieder zu seiner persönlichen Freiheit verholfen hat, auch eine gleichermassen freiheitliche Sozialpolitik zu betreiben. Es widerspricht der marktwirtschaftlichen Ordnung, die die Entscheidung über Produktion und Konsum dem Einzelnen überläßt, die private Initiative bei der Vorsorge für die Wechselfälle und Notstände des Llebens auch dann auszuschalten, wenn der Einzelne dazu fähig und gewillt ist, selbstverantwortlich und eigenständig vorzusorgen. Wirtschaftliche Freiheit und totaler Versicherungszwang vertragen sich nicht. Daher ist es notwendig, dass das Subisidiaritätsprinzip als eines der wichtigsten Ordnungsprinzipien für die soziale Sicherung anerkannt und der Selbsthilfe und Eigenverantwortung so weit wie möglich der Vorrang eingeräumt wird.

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