Kerninflation, Standardinflation, Vermögensinflation?

Finanzexperten streiten über die Natur der aktuellen, weltweiten Inflation (siehe heutiges Handelsblatt). Ob Kern-, Standard- oder Vermögensinflation vorliegt, ist dabei nicht nur von akademischer Relevanz, sondern entscheidend für die Reaktion der Notenbanken: Im Falle eines Anstiegs der Verbraucherpreise (Kerninflation) wäre eine restriktive Geldpolitik geboten, wohingegen Notenbanken nur begrenzt gegen einen durchschnittlichen Anstieg der Verbraucherpreise vorgehen könnten (Standarddefinition). Das Vorliegen einer Vermögensinflation schließlich würde mehr Beachtung für die Kapitalmärkte erfordern.
Mit ihrer Linie, das Geld so knapp wie möglich zu halten, ohne Kapitalmärkte und Konjunktur zu beschädigen, schenkt die Europäische Zentralbank derzeit allen drei Definitionen die gebührende Beachtung. Vor diesem Hintergrund kann auch die aktuelle Debatte auf europäischer Ebene über Inflationsziele nachdenklich stimmen, in der unter anderem eine lockerere Geldpolitik im Interesse der Konjunktur gefordert wird.

Die Inflation muss vielmehr als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird. […] Eng damit zusammen hängt die Illusion, dass die Inflation wachstumsfördernd und somit Garant der Arbeitsplätze sei.

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