Chancengleichheit und Bildung für alle

Mit den Schlagworten „Chancengleichheit für alle“ und „Bildung für alle“ hat der Präsident des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, heute in der Tageszeitung „Die Welt“ eine Lanze für die Soziale Marktwirtschaft als ordnungspolitisches Modell der Zukunft gebrochen. Straubhaar verwies auf die noch immer hohen Zustimmungswerte und den Erfolg des Modells, das dem zerstörten Nachkriegsdeutschland den Wettbewerb und damit eine „bittere Pille auf dem Weg zum süßen Erfolg verabreichte“. Die Soziale Marktwirtschaft hielt, was sie versprach: „Wohlstand für alle“ bedeutete nicht, dass jeder gleich reich wurde, jedoch ging es nahezu allen Bundesbürgern bedeutend besser als ihren Vorfahren. Das Wirtschaftssystem der Sozialen Marktwirtschaft beanspruche zwar keinesfalls Vollkommenheit – nichtsdestotrotz ist und bleibt sie in ihren Ergebnissen „leistungsfähiger als jede Alternative“. Heute steht dem Staat mehr Geld als jemals zuvor für soziale Zwecke, zur Umverteilung und der Unterstützung der Schwächeren zur Verfügung.
Angesichts der fortschreitenden Globalisierung, so Straubhaar, hänge der Erfolg der Sozialen Marktwirtschaft nunmehr verstärkt von der individuellen Leistungsfähigkeit ab. Ganz oben auf die Erhardschen Agenda für die Zukunft gehörten somit „Chancengleichheit für alle“ und „Bildung für alle“ als die am besten geeigneten Mittel gegen eine gesellschaftliche Spaltung.

Was muss sich eigentlich noch ereignen, um bestätigt zu finden, dass die Marktwirtschaft zugleich auch die leistungsfähigste soziale Ordnung begründet?

3 Reaktionen zu “Chancengleichheit und Bildung für alle”

  1. Klaus

    Was immer wieder von ach so sozialen Politikern gerne verwechselt wird, ist die Chancengleichheit am Beginn der Schullaufbahn mit Ergebnisgleichheit am Ende derselben. Letzteres zu fordern und zu fördern resultiert zwangsläufig in einem Ausbremsen der Leistungsstarken.

  2. Peter Müller

    Ich stimme zu, dass Chancengleichheit nicht mit Ergebnisgleichheit verwechselt werden sollte. Aber wenn Kandidaten mit großbürgerlichem Hintergrund fünfmal bessere Aussichten auf eine Eliteposition in der Wirtschaft haben als promovierte Uni-Absolventen aus unteren sozialen Schichten, fällt es schwer dies nur mit unterschiedlicher Erziehung zu begründen.

  3. Sabine39

    Die letzten beiden Kommentare gehen doch komplett an der gesellschaflichen Realität vorbei. Wir brauchen eine Bildung für alle Schichten, die das normale Leben ermöglicht und eine Existenz sichert. Die Hauptschüler in Deutschland sind stigmatisiert, ihre Zukunft vorprogrammiert. Das Volk besteht nicht aus einer handvoll Wunderkinder oder Vorstandsvorsitzenden.

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