Der Neoliberalismus wird 70

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung beschreibt die Entstehungsgeschichte des Neoliberalismus und die Rolle Ludwig Erhards dabei. Mehr unter Der Neoliberalismus wird 70.

Man reiht mich gemeiniglich ein in die Kategorie der „Neoliberalen“. Es mag so geschehen; ich wehre mich gar nicht dagegen, denn Gelehrte, von Walter Eucken angefangen über Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow zu Hayek und Franz Böhm, um nur einige zu nennen haben einen leidenschaftlichen Kampf gegen die Beschränkung des Wettbewerbs und vor allen Dingen gegen Monopole führten. Sie zerstörten den Optimismus sowohl der klassischen Lehre als auch des üblichen Liberalismus, dass die prästabilierte Harmonie ein Eigengewächs der wirtschaftlichen Entwicklung wäre. Nein, wenn und wo nicht ein vollständiger Wettbewerb besteht, wo immer Konkurrenz durch faktische oder rechtliche Maßnahmen unterbunden, unterdrückt oder geschmälert wird, gibt es keine Freiheit – dort gibt es auch keine Gerechtigkeit. Ich habe es mir angewöhnt, das Wort Gerechtigkeit fast immer nur in Anführungszeichen auszusprechen, weil ich erfahren habe, dass mit keinem Wort mehr Missbrauch getrieben wird als gerade mit diesem höchsten Wert.

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