Better regulation zum Zweiten

Die Finanzkrise verschafft vielen kritischen Stimmen Gehör, so auch den Kapitalismuskritikern, den Systemkritikern und den Globalisierungskritikern. In der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beantworten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Frage „Verdirbt der Kapitalismus den Charakter?“. Bert Rürup kehrt die Fragestellung um: Gibt es ein Wirtschaftssystem, das dem Menschen weniger Versuchungen auferlegt als die Soziale Marktwirtschaft und trotzdem die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten sicherstellt? Der Grundtenor bescheinigt der Sozialen Marktwirtschaft, so sie denn ihre Kräfte in einem regulierenden Rahmen entfalten kann, das Potential, den „Wohlstand für alle“ zu ermöglichen. Bischof Reinhard Marx appelliert an die Politiker, in der hiesigen Sozialen Marktwirtschaft zum Schutze des Gemeinwohls die Stellschrauben neu zu justieren.

Freiheit, Selbstverantwortung und persönliche Initiative bei der Berufswahl, Erwerbstätigkeit und dem Konsum, die jedem als Produzenten und als Verbraucher die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Chancen eröffnen, sowie eine leistungsbedingte Einkommensverteilung sind die Antriebskräfte, die in der Marktwirtschaft zu einem Höchstmaß an Produktion und einer Steigerung des Wohlstands der gesamten Bevölkerung führen. Die Marktwirtschaft ist damit diejenige Wirtschaftsordnung, die ein Maximum an Produktivität, Wohlstandsmehrung und persönlicher Freiheit verbindet.

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