Better regulation zum Zweiten
Die Finanzkrise verschafft vielen kritischen Stimmen Gehör, so auch den Kapitalismuskritikern, den Systemkritikern und den Globalisierungskritikern. In der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beantworten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Frage „Verdirbt der Kapitalismus den Charakter?“. Bert Rürup kehrt die Fragestellung um: Gibt es ein Wirtschaftssystem, das dem Menschen weniger Versuchungen auferlegt als die Soziale Marktwirtschaft und trotzdem die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten sicherstellt? Der Grundtenor bescheinigt der Sozialen Marktwirtschaft, so sie denn ihre Kräfte in einem regulierenden Rahmen entfalten kann, das Potential, den „Wohlstand für alle“ zu ermöglichen. Bischof Reinhard Marx appelliert an die Politiker, in der hiesigen Sozialen Marktwirtschaft zum Schutze des Gemeinwohls die Stellschrauben neu zu justieren.
Freiheit, Selbstverantwortung und persönliche Initiative bei der Berufswahl, Erwerbstätigkeit und dem Konsum, die jedem als Produzenten und als Verbraucher die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Chancen eröffnen, sowie eine leistungsbedingte Einkommensverteilung sind die Antriebskräfte, die in der Marktwirtschaft zu einem Höchstmaß an Produktion und einer Steigerung des Wohlstands der gesamten Bevölkerung führen. Die Marktwirtschaft ist damit diejenige Wirtschaftsordnung, die ein Maximum an Produktivität, Wohlstandsmehrung und persönlicher Freiheit verbindet.

2009 wird das Grundgesetz 60 und Deutschland feiert zum 20. mal seine Wiedervereinigung. Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz im geteilten und zerstörten Deutschland in Kraft, das Fundament für die Erfolgsgeschichte unseres Landes. Zentraler Bestandteil darin ist die Soziale Marktwirtschaft. Sie ermöglichte das „Wirtschaftswunder“ und den nachhaltigen Aufstieg Deutschlands zu einer der wohlhabendsten Nationen der Welt. Ludwig Erhard war der geistige Vater der Sozialen Marktwirtschaft und hat sie als Politiker durchgesetzt. Eigentlich sollte Erhard in Zeiten wie diesen deshalb heute wieder in aller Munde sein. Wir von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) lassen ihn wieder schreiben…
