“Marktwirtschaft ermöglicht gerechten Lohn”

In einer Anzeigenserie in der Süddeutschen Zeitung lässt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Ludwig Erhard, den Vater des Wirtschaftswunders, unter dem Titel “Erhard schreibt wieder” zu aktuellen Themen zur Feder greifen. Im Blickpunkt der Erhard”schen Feder: das Thema Mindestlohn. Ludwig Erhard war strikt gegen staatlich festgesetzte Löhne. Er vertraute auf die Soziale Marktwirtschaft. Denn ein gesetzlicher Mindestlohn klingt zwar sozial, ist es aber nicht: Wenn Arbeit zu teuer wird, gehen Arbeitsplätze verloren. Das kann niemand wollen. Deshalb muss der Arbeitsmarkt flexibel bleiben, um die Arbeitslosigkeit dauerhaft zu senken. Ein starrer Lohn für jede Branche würde das verhindern.

Das Jahr 2007 ist das inoffizielle Erhard-Jahr: Vor 110 Jahren, am 2. Februar 1897 wurde Ludwig Erhard geboren, vor genau 30 Jahren, am 5. Mai 1977 ist er gestorben. Vor 60 Jahren prägte Alfred Müller-Armack den Begriff der “Sozialen Marktwirtschaft” und vor 50 Jahren publizierte Erhard sein berühmtes Buch “Wohlstand für alle”, in dem er den Begriff bestimmte.

Erhard sollte im Jahr 2007 also in aller Munde sein, als zeitgemäße wirtschaftspolitische Autorität, als Visionär und als prinzipientreuer Politiker. Stattdessen wird Erhard aber heute vornehmlich historisiert. Mit der Erhardschen “Sozialen Marktwirtschaft” verbinden heute viele fälschlicherweise den Sozialstaat und nicht den funktionierenden Markt, den der einstige Wirtschaftsminister und spätere Kanzler allein für sozial hielt.

Somit hätte uns Erhard heute sehr viel zu sagen. Also lassen wir ihn die aktuellen wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen kommentieren, einen neuen ordnungspolitischen Diskurs beginnen und die Frage beantworten, wie eine moderne Soziale Marktwirtschaft heute aussehen würde. Was hat uns Erhard zu sagen über die Frage des Mindestlohns beispielsweise, oder ob wir mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen brauchen, und wie eine solide Finanzpolitik aussehen sollte und wie wichtig Wachstum für mehr Beschäftigung ist. Vielleicht wird dann wieder deutlich, dass das Erhard”sche Wirtschaftswunder kein eigentliches Wunder war, sondern die Folge einer guten Wirtschaftspolitik.

Mehr zu Ludwig Erhard finden Sie im Online-Dossier “Soziale Marktwirtschaft” auf www.insm.de.